logo deb pokalturnierBis zur Saison 2005/06 spielten die Teams, die sich nicht für die Meisterrunde der besten Vier qualifiziert hatten, den DEB-Pokal unter sich aus. Zur Saison 2006/07 gab es dann die erste Änderung. Die Meisterrunde wurde abgeschafft, der Meister direkt ausgespielt und dafür der Pokalwettbewerb aufgewertet. Neben dem Gastgeber waren die besten fünf Mannschaften der Liga für das Pokalturnier qualifiziert. Das Turnier fand immer im Anschluss an die Bundesligasaison statt. Gespielt wurde in zwei 3er-Gruppen, die am ersten Tag ihre Vorrundenspiele austrugen. Am zweiten Tag folgten die Finalspiele, hierbei wurden alle Plätze ausgespielt. Die Gruppen wurden nach den Tabellenplätzen der Bundesliga eingeteilt, die Gruppe A bestand aus den Teams auf den Plätzen ein, vier und fünf, Gruppe B bestand aus den Teams auf den Plätzen zwei, drei und sechs. Diese Art des Wettbewerbs brachte spannende Spiele und viele Überraschungen.

So gewann die erste Auflage 2007 in Garmisch-Partenkirchen der EC Bergkamen. Die Bärinnen setzten sich in der Vorrunde gegen den OSC Berlin und Gastgeber SC Riessersee durch. Die andere Gruppe wurde durch den ESC Planegg-Würmtal gewonnen, die sich gegen den SV Kornwestheim und Außenseiter Grefrather EC durchsetzte. Im Finale siegte dann der EC Bergkamen mit 3:2 gegen den ESC Planegg-Würmtal. Das kleine Finale entschied der OSC Berlin durch einen 4:2-Erfolg gegen den SV Kornwestheim für sich. Riessersee gewann das Spiel um Platz 5 gegen Grefrath mit 2:1.

Im Jahr 2008 waren die Grefrath Lady Panthers Gastgeber des Turniers. Die Gastgeberinnen hatten es in ihrer Gruppe mit dem OSC Berlin und dem ESC Planegg-Würmtal zu tun und hatte erwartungsgemäß keine Chance. Die Gruppe gewannen die Eisladies aus Berlin, Planegg belegte den 2. Platz. Die andere Gruppe wartete mit einer großen Überraschung auf. Die Frauen vom Hamburger SV, die sich quasi in letzter Sekunde für das Finalturnier qualifizierten, gewannen ihre Gruppe vor dem SC Riessersee und dem EC Bergkamen. Im Finale war dann aber Schluss für das Überraschungsteam von der Elbe. Nach hartem Kampf unterlag das Team den Eisladies aus Berlin mit 2:5. Platz 3 ging an den ESC Planegg-Würmtal, der den EC Bergkamen beim 7:0 keine Chance ließ. Wie im Vorjahr spielten Riessersee und Grefrath den 5. Platz unter sich aus, Riessersee gewann mit 5:0.

Weiter ging es 2009 in Memmingen. Hier setzten sich die Gruppen wie folgt zusammen: Gruppe A bestand aus den Kurpfalz Ladies Mannheim, dem SC Riessersee und ECDC Memmingen. Die OSC Eisladies, der ESC Planegg-Würmtal und der EC Bergkamen bildeten die Gruppe B. Die Gastgeberinnen aus Memmingen setzten sich in ihrer Gruppe gegen den SC Riessersee und den Kurpfalz Ladies durch. Die OSC Eisladies gewannen ihre Gruppe vor dem ESC Planegg und dem EC Bergkamen. Das Finale gewannen die Eisladies und schafften damit erstmals den Gewinn des Doubles, also Meisterschaft und Pokal, sowie die Titelverteidigung des DEB.Pokals. Mit 5:3 behielten die Berlinerinnen gegen Memmingen die Oberhand. Planegg gewann das Spiel um Platz 3 mit 3:1 gegen den SC Riessersee. Mannheim unterlag im Spiel um Platz 5 gegen Bergkamen mit 0:2.

Berlin war Gastgeber im Jahr 2010 erstmals Gastgeber. Meister Planegg, Memmingen und der SC Garmisch-Partenkirchen, ehemals SC Riessersee, bildeten die Gruppe A, Titelverteidiger OSC, Bergkamen und Memmingen die Gruppe B. Favoriten Planegg und Eisladies erreichten auch das Finale, für das kleine Finale qualifizierten sich Bergkamen und Memmingen. Der SC Riessersee und die Kurpfalz Ladies Mannheim spielten den 5. Platz unter sich aus. Planegg gewann ein spannendes Finale gegen den OSC mit 4:2 und gewann damit erstmals den DEB-Pokal. Bergkamen gewann gegen Memmingen mit 2:1 und die Frauen aus Riessersee gegen Mannheim mit 6:1.

In Bad Tölz fand im Frühjahr 2011 die nächste Auflage des Turniers statt. Die Gastgeber hatten es in der Vorrunde mit Memmingen und dem SC Garmisch-Partenkirchen (ehemals SC Riessersee) zu tun, Die Eisladies, Bergkamen und Mannheim kämpften in ihrer Gruppe um den Einzug ins Finale. Meister und Titelverteidiger Planegg traf im Finale auf Vizemeister OSC Berlin. Es wurde aber nichts mit dem Double und der Titelverteidigung, denn die Eisladies gewannen ein packendes Finale mit 4:2. Memmingen bezwang im kleinen Finale Bergkamen mit 2:0, Garmisch-Partenkirchen hatte beim 8:1 gegen Mannheim keine Probleme.

Der Wellblechpalast in Berlin war Austragungsort 2012. Erstmals also war ein Team zum zweiten Mal für die Organisation verantwortlich. Gespielt erstmals mit fünf Teams und im Modus Jeder gegen Jeden. Und es ging trotzdem unglaublich spannend zu. Bereits beim zweiten Spiel trafen die beiden Favoriten ESC Planegg-Würmtal und die OSC Eisladies Berlin aufeinander. Planegg siegte nach spannendem Spielverlauf mit 3:1 und schien sicherer Sieger dieses Turnier zu sein. Aber es ist eben ein Pokalwettbewerb und da ist vieles möglich. So gewann der EC Bergkamen gegen Planegg nach Penaltyschießen und schon war wieder alles offen. Bergkamen war zwar trotzdem aus dem Titelrennen, belegte aber mit einigem Abstand zum Vierten ECDC Memmingen den dritten Platz. Der SC Garmisch-Partenkirchen hatte keine Chance und belegte ohne einen Punktgewinn den 5. Platz. Die Entscheidung fiel erst im letzten Turnierspiel. Der OSC hatte am Ende neun Punkte, Planegg vor dem Abschlussspiel gegen den ECDC Memmingen sieben. Planegg gewann nach einem hochklassigen Spiel knapp mit 4:3, musste aber einen 0:2- und 2:3-Rückstand aufholen. So hielt die Serie, dass der Gastgeber sein Turnier nicht gewinnen kann weiter.

Auch Garmisch-Partenkirchen war bereits Gastgeber und auch hier hielt 2013 die Serie, dass der Gastgeber nicht Pokalsieger wird. Und es gab wieder eine Änderung im Modus. Diesmal trafen vier Teams im Modus Jeder gegen Jeden aufeinander und es gab ein Debüt. Favoriten waren diesmal der ESC Planegg-Würmtal und der ECDC Memmingen. Den OSC Eisladies wurde zwar einiges zugetraut, es lief aber nichts bei diesem Turnier. Ohne einen Punkt wurde das Team Vierter. Außenseiter SC Garmisch-Partenkirchen gewann gegen den OSC mit 4:2 und wurde Dritter. Einen packenden Zweikampf lieferten sich Memmingen und Planegg. Im letzten Turnierspiel trafen beide aufeinander und nach 33 Minuten, gespielt wurde 3 x 15 Minuten, traf Franziska Busch zum spielentscheidenden 1:0. Für Memmingen war dies der erste nationale Titel der Vereinsgeschichte.

Aller guten Dinge sind drei, also war 2014 Memmingen mit seinem zweiten Turnier und dem dritten Modus dieser Pokalrunde dran. Der Titel konnte aber nicht verteidigt werden, aber war das noch eine Überraschung? Diesmal traten nur noch vier Teams an, gespielt wurden Halbfinal- und Finalspiele. Der Meister traf dabei auf das am schlechtesten platzierte Meisterschaftsteam, in diesem Falle der EC Bergkamen. Es dauerte bis ins letzte Drittel, ehe sich der Meister gegen die Bärinnen mit 5:1 durchsetzen konnte. Überstunden mussten die Spielerinnen beim zweiten Halbfinale machen. Die OSC Eisladies, bei denen Susann Götz die letzten offiziellen Spiele ihrer Karriere bestritt, und der ECDC Memmingen sorgten für Nervenflattern bei den Trainern und den Anhängern. 3:3 stand es nach 60 abwechslungsreichen Minuten mit insgesamt vier Powerplaytoren und so ging es ins Penaltyschießen. Und da beschenkte sich Susann Götz zum Abschied, indem sie den entscheidenden Penalty verwandelte. Auch das kleine Finale endete 4:3, allerdings nach regulärer Spielzeit. Der EC Bergkamen war glücklicher Gewinner und belegte den 3. Platz bei diesem Turnier. Das Finale verlief bis kurz vor dem Ende wie erwartet mit viel Einsatz auf beiden Seiten und einem sehr engen Spielverlauf. 2:2 stand es nach 40 Minuten, dann brachte Nina Kamenik den OSC nach 42 Minuten mit 3:2 in Führung. 62 Sekunden vor dem Ende landete ein Befreiungsschlag von Dana Reimann zum Entsetzen von Planegg und zur Freude der Eisladies zum 4:2 im Tor. Planegg spielte dann ohne Goalie und kassierte Gegentreffer Nr. 5. 13 Sekunden vor dem Ende fiel sogar noch der sechste Treffer für die Eisladies, insgesamt dann doch etwas viel für den Spielverlauf. Die Eisladies gewannen damit auch die zweite Auflage in Memmingen und wie beim Turniersieg 2009 wurde eine verdiente Spielerin mit dem Pokalsieg verabschiedet. 2009 war es Claudia Grundmann, nun also Susann Götz.

2015 ging es wieder im Wellblechpalast in Berlin um den Pokalsieg. Teilnehmer waren neben Gastgeber OSC Eisladies Berlin, Meister ESC Planegg-Würmtal und Vizemeister ECDC Memmingen erstmals der ERC Ingolstadt, dem durchaus einiges zugetraut wurde. Gespielt wurde wieder eine KO-Runde und auch die hatte es wieder in sich. Im ersten Halbfinale trafen Memmingen und Ingolstadt aufeinander und der Pokalneuling setzte sich mit 3:0 durch. Memmingen war hierbei aber keineswegs chancenlos, Ingolstadt traf jedoch in jedem Drittel einmal, wobei das letzte Tor ein Empty Net-Goal war. Im 2. Halbfinale ging es ebenfalls spannend zu. Planegg war zwar Favorit in diesem Spiel und führte nach 50 Minuten mit 2:0, aber der OSC hielt dagegen. Neun Minuten vor dem Ende verkürzten sie auf 2:1 und diesen Vorsprung rettete der Meister über die Zeit Im kleinen Finale gewann Memmingen klar gegen den OSC mit 7:1, bei den Eisladies klappte in diesem Spiel nicht viel. Dann das Finale und wieder gab es eine Premiere. Beide wollten unbedingt gewinnen und lieferten sich eine hart umkämpfte Partie. Planegg konnte früh in Führung gehen, Ingolstadt glich im 2. Drittel aus. Beide hatten Chancen ohne Ende, es blieb aber beim 1:1. Und so gab es erstmals in der Pokalgeschichte ein Penaltyschießen zum Ermitteln des Pokalsiegers. Hier hatte Planegg die besseren Hände und holte bei der dritten Ausgabe in Berlin seinen dritten Titel.

Die 10. Auflage des Pokalturniers 2016 bot insgesamt drei Premieren und die Serie, dass der Turniergastgeber nicht Pokalsieger wird, hält weiter. Ingolstadt richtete erstmals das Turnier aus und die OSC Eisladies Berlin waren erstmals nicht dabei. Im Halbfinale trafen, wie beim Finale des letzten Jahres, der ESC Planneg/Würmtal und der ERC Ingolstadt aufeinander. Wieder ging es spannend zu und wieder gewann Planegg, diesmal mit 4:3. Im 2. Halbfinale setzte sich der ECDC Memmingen gegen den EC Bergkamen durch. Das allerdings auch erst im letzten Drittel, aus einem 2:1 machte Memmingen ein 5:1. Das Spiel um den 3. Platz brachte einen glatten Erfolg für den ERC Ingolstadt und eine weitere Premiere. Bergkamens Goalie Jule Flötgen verletzte sich beim Stand von 5:1 von Ingolstadt und musste durch Feldspielerin Claudia Weltermann ersetzt werden. Am Ende gewann Ingolstadt 7:3. Das Finale war wieder nichts für schwache Nerven, erst in der Schlussphase fiel die Entscheidung. Memmingen machte durch einen 4:2-Sieg den 2. Pokalsieg und das erste Double der Vereinsgeschichte perfekt.

2017 gelang es in Memmingen erstmals dem Turnierausrichter sein Heimturnier zu gewinnen. Im Halbfinale gelang dem ECDC Memmingen ein knapper 2:1-Erfolg gegen den ERC Ingolstadt. Zuvor gewann der ESC Planegg-Würmtal gegen den EC Bergkamen glatt 5:0. Das 3:0 für den ESC durch Monika Bittner war der 100ste Treffer für den vierfachen Pokalsieger im 29. Pokalspiel. Im kleinen Finale setzte sich der EC Bergkamen durch viel Einsatz knapp mit 3:2 gegen den ERC Ingolstadt durch. Im Finale sah es 20 Minuten nach einem sehr engen Spiel aus. Der ESC Planegg-Würmtal und der ECDC Memmingen schenkten sich nichts und so stand es nach 20 Minuten 1:1. Dann aber folgte ein Sahnedrittel der Indians; es ging mit 5:0 an den ECDC. Am Ende stand ein 6:2 für Memmingen auf der Anzeigetafel und der Heimfluch der Turnierausrichter war gebrochen.

 

Übersicht zu allen Pokalturnieren