U18WMMit den letzten vier Gruppenspielen endete die Hauptrunde dieser WM. Tschechien gegen Kanada und die USA gegen Deutschland gewannen die Spiele der Gruppe A. Die Spiele der Gruppe B gewannen die Schweiz gegen Lettland und Schweden gegen Finnland.

Gruppe A:

Kanada – Tschechien 4:5 (1:1/2:3/1:0) n.V.

Für beide würde ein Sieg den 2. Platz in dieser Gruppe bedeuten, egal on nach 60 Minuten oder später. Einen Favoriten gab es in diesem Spiel nicht.

Und das Spiel nahm gleich Fahrt auf. Nicholas Moldenhauer konnte Kanada nach 115 Sekunden in Führung bringen, doch Tschechien kam in Überzahl zum Ausgleich. Adam Bares brauchte gerade sechs Sekunden, dann war das Powerplay beendet. Beide gingen wieder ein hohes Tempo und das führte zu guten Chancen für die Teams. Tore gab es in den ersten 20 Minuten aber keine mehr.

Dafür begann das 2. Drittel mit zwei Toren. Jiri Kulich konnte nach 85 Sekunden eine Strafe gegen Kanada zum 1:2 nutzen, 73 Sekunden später konnte Kanadas Adam Fantilli eine Strafe gegen Tschechien abkürzen. Als Kanada nach einigen Strafen gleich doppelt in Unterzahl geriet, konnte Tschechien erneut in Führung gehen. Nach Videobeweis wurde ein Abstauber von Jan Gaspar anerkannt. Den Rest der Strafe, inklusive einer weiteren, überstanden die Kanadier unbeschadet und blieben so im Spiel. Allerdings konnten sie kaum Angriffe und Schüsse durchbringen die Tschechen verteidigten und blockten sehr gut. Dennoch gelang ihnen fünf Minuten vor der Pause der Ausgleich. Einen Konter schloss Lukas Dragicevic erfolgreich ab. Doch 18 Sekunden später stand es 3:4, denn wieder kassierte Kanada eine Strafe und die nutzte Tschechien aus. Jiri Kulich erzielte seinen zweiten Powerplaytreffer in diesem Spiel, sein insgesamt fünfter Treffer bei dieser WM. Nach dem 2. Drittel blieb es bei diesem Spielstand und so war hier noch alles offen.

Tschechien spielte weiter offensiv und wurde prompt ausgekontert. Mit dem 2. Nachschuss konnte Grayden Siepmann nach 42 Minuten den Ausgleich erzielen. Man merkte beiden Teams an, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. Es gab Chancen auf beiden Seiten und nach 50 Minuten konnte Kanada in Führung gehen. Kocha Delic erzielte den neunten Treffer in diesem Spiel. Nun mussten die Tschechen noch mehr kommen und das brachte Kanada Kontermöglichkeiten. 164 Sekunden vor dem Ende waren es dann aber doch die Tschechen, die erfolgreich waren. Tomas Hamara zog ab und der Puck landete zum 5:5 im Tor des Titelverteidigers. Bis zur Schlusssirene hatten beide Teams noch Chancen, die letzten hatte Tschechien. Es blieb aber beim 5:5 und so gab es die erste Verlängerung der WM.

Kanada holte sich nach 43 Sekunden eine Strafe ab und das war etwas für Tschechien. 67 Sekunden nach der Strafe sorgte Tomas Hamara mit seinem zweiten Treffer in diesem Spiel für das 5:6 und damit holt sich Tschechien den 2. Platz. Kanada beendet die Gruppenphase auf dem 3. Platz.

Schiedsrichter: Z. Palkovi (HUN), S. Suominen (FIN) – O. Hautamäki (FIN), D. Rozitis (LAT)
Zuschauer: 326
Strafen: CAN 0 (2/12/0/2), CZE 0 (2/4/0/0)
Tore:
1:0 (01:55) N. Moldenhauer (L. Dragicevic, A. Fantilli); 1:1 (05:59) A. Bares (T. Hamara, E: Sale) PP1;
1:2 (21:25) J. Kulich (T. Hamara, E. Sale) PP1; 2:1 (22:38) A. Fantilli PP1; 2:3 (27:29) J. Gaspar PP2; 3:3 (34:43) L. Dragicevic (R. Lorenz, D. Goyette); 3:4 (335:15) J. Kulich (E. Sale, M. Sapovaliv) PP1;
4:4 (41:40) G. Siepmann (J. Filmon); 5:4 (49:06) K. Delic (O. Pickering, C. Hvidston); 5:5 (57:26) T. Hamara (J. Kulich);
5:6 (61:50) T. Hamara PP1;

USA – Deutschland 10:2 (3:0/5:0/2:2)

Den Gruppensieg hatten sich die US-Boys bereits nach dem 2. Sieg bei dieser WM gesichert. Für Deutschland ging es wieder darum sich gut zu verkaufen.

Deutschland startete in diesem Spiel mit Simon Wolf im Tor und er würde sicherlich viel zu tun bekommen. Deutschland hatte die erste Chance des Spiels, die aber nicht genutzt werden konnte. Im Gegenzug machten es die USA besser, Rutger McGroarty erzielte nach 44 Sekunden das 1:0. Deutschland blieb aber unbeeindruckt und konnte sich einige Angriffe erarbeiten. Ein Powerplay konnte jedoch nicht genutzt werden und nach fünf Minuten kassierten sie das 2:0. Ein Schuss von William Smith wird ins Tor abgefälscht. Deutschland kämpfte weiter, musste aber trotzdem das 3:0 hinnehmen. Eine Druckphase nutzte Devin Kaplan nach 14 Minuten zum 3:0. Die USA waren insgesamt in diesem Drittel klar überlegen und so führten sie verdient mit 3:0.

Auch das 2. Drittel begann mit einem schnellen Gegentreffer. 25 Sekunden nach Wiederbeginn verwertete Rutger McGroarty eine Querpass zu seinem zweiten Treffer in diesem Spiel. Und nach 24 Minuten nutzte Cutter Gauthier eine Strafe gegen Deutschland zum 5:0 aus. Die USA drückten weiter, Deutschland kam nun kaum noch zu eigenen Angriffen. Folge des Drucks der USA war das 6:0 von Cole Spicer nach 29 Minuten. Im Anschluss kam das DEB-Team zu zwei sehr guten Torchancen, die aber nicht zum erhofften Treffer führten. Nach 33 Minuten wechselte Deutschland den Torhüter, für den guten Simon Wolf kam Philipp Dietl. Er musste auch gleich eingreifen und nach 34 Minuten das 7:0 durch Cole Spicer hinnehmen. 73 Sekunden vor der Pause konnte Charlie Stramel sogar noch das 8:0 erzielen. Auch in diesem Drittel hatte Deutschland insgesamt keine Chance gegen die USA mitzuhalten und lag nach 40 Minuten klar mit 8:0 zurück.

Am Spielverlauf änderte sich auch im letzten Drittel nichts, die USA bestimmten das Geschehen auf dem Eis. Nach 45 Minuten kassierten Rutger McGroarty nach einem Cross-Check eine Spieldauerdisziplinarstrafe und Deutschland kam so zu einem langen Powerplay. Es wurde sogar noch ein doppeltes Powerplay, denn die USA fingen sich noch eine Strafe ein. Und endlich konnte auch das DEB-Team jubeln, denn neun Minuten vor dem Ende konnte Daniel Assavolyuk in Überzahl das 8:1 erzielen. Die USA kam ebenfalls noch zu einem Powerplaytreffer, Seamus Casey ließ Deutschlands Torhüter nach 53 Minuten mit einem verdeckten Schuss keine Chance. Vier Minuten vor dem Ende wurde es zweistellig, William Smith sorgte für das erste zweistellige Ergebnis dieser WM. Doch auch Deutschland konnte nach 57 Minuten nochmals jubeln, wenn auch erst nach Videobeweis. Da aber war klar zu sehen, dass ein Schuss von Philipp Krening über die Torlinie kullerte. Bei diesem Ergebnis blieb es am Ende, die USA holen sich also den 3. Sieg im 3. Spiel und gewinnen sicher diese Gruppe.

Der Einsatz stimmte auch in diesem Spiel, dass reichte aber nicht, um gegen die USA bestehen zu können.

Schiedsrichter: C. Borga (SUI), R. Magnusson (SWE) – E. Cattaneo (SUI), A. Nyqvist (SWE)
Zuschauer: 1438
Strafen: USA 0 + Spieldauerdisziplinarstrafe R. McGroarty (2/2/29), GER 0 (2/4/4)
Tore:
1:0 (00:44) R. McGroarty (C. Lucius, R. Chesley); 2:0 (05:55) W. Smith; 3:0 (13:17) D. Kaplan (S. Powell, R. Leonard);
4:0 (20:25) R. McGroarty (L. Hutson, C. Lucius); 5:0 (24:19) C. Gauthier (S. Casey, L. Cooley) PP1; 6:0 (28:37) C. Spicer (D. Kaplan); 7:0 (33:25) C. Spicer (C. Lucius); 8:0 (38:47) Ch. Stramel (L. Hutson);
8:1 (50:20) D. Assavolyuk (E. Tropmann, P. Sinn) PP1; 9:1 (53:00) S. Casey PP1; 10:1 (55:57) W. Smith (F. Nazar III); 10:2 (56:34) P. Krening (L. Hauf);

Gruppe B:

Schweiz – Lettland 4:3 (1:2/2:1/1:0)

Lettland hätte mit einem Sieg sogar noch Chancen auf den Gruppensieg, es würde dann aber vom Ergebnis des Abendspiels abhängen. Am 4. Platz der Schweiz würde sich auch mit einem Erfolg nicht ändern.

82 Sekunden dauerte es, dann gab es erstmals Jubel in Kaufbeuren. Eriks Mateiko fälschte einen Schuss von der blauen Linie unhaltbar ins Tor ab. Doch die Schweizer konnten schnell antworten und bei ihren Fans Jubel auslösen. Wieder war es ein Schuss von der blauen Linie, nur diesmal ging der Schuss, abgefeuert von Simone Terraneo, direkt durch. Beide Teams griffen weiter an und so war vor den Toren einiges los. Die zweite Strafe des Spiels gegen die Schweiz brachte den Letten die Führung. Emils Veckaktins traf nach 17 Minuten mit einem Schuss ins lange Eck. Mit diesem Ergebnis ging es in die erste Pause.

Im 2. Drittel gelang es den Schweizern das Spiel zu drehen. Noah Greuter wurde in der 25. Minute schön angespielt und traf zum Ausgleich, drei Minuten später konnte Mattheo Reinhard das 3:2 erzielen. Auch in diesem Drittel gab es wieder einige Chancen auf beiden Seiten, aber auch in Überzahl wollte kein Treffer gelingen. Zehn Sekunden vor der Pausensirene klingelte es doch noch, Davids Livsics konnte einen schönen Angriff erfolgreich abschließen.

Abwechslungsreich ging es auch im letzten Drittel zu. Beide Teams versuchten das Spiel für sich zu entscheiden und so gab es weitere Torchancen. Nach 51 Minuten konnten die Schweizer jubeln, Cyril Pont traf zum 4:3. Lettland versuchte alles, um wieder zum Ausgleich zu kommen, doch auch 71 Sekunden ohne Torhüter halfen nicht. Die Schweizer gewannen dieses Spiel und holten damit den ersten Sieg bei dieser WM.

Schiedsrichter: L. Kohlmüller (GER), J. Sindel (SUI) – D. Kloucek (CZE), T. Schwenk (GER)
Zuschauer: 257
Strafen: SUI 6 (4/2/0), LAT 6 (2/4/0)
Tore:
0:1 (01:22) E. Mateiko (M. Kruklitis, O. Polakovs); 1:1 (02:46) S. Terraneo (A. Lurati); 1:2 (16:41) E. Veckaktins (R. Bukarts) PP1;
2:2 (24:14) N Greuther (R. Mazzola); 3:2 (27:39) M. Reinhard (M. Pauli); 3:3 (39:50) D. Livsics (R. Burkarts, E. Veckaktins);

Schweden – Finnland 4:3 (2:1/2:1/0:1)

Nach der Niederlage von Lettland hatten die Schweden plötzlich die Chance mit einem Erfolg gegen Finnland den Gruppensieg zu holen. Finnland würde schon ein Punkt reichen, um die Gruppe zu gewinnen.

Es ging gleich zur Sache in diesem skandinavischen Derby. Beide gingen in jeden Zweikampf und versuchten sich Torchancen zu erspielen. Finnland hatte mehr Spielanteile und auch ein erstes Powerplay, der erste Treffer aber ging an Schweden. Ein Schlenzer von Mattias Hävelid schlug oben im Tor ein und so stand es nach elf Minuten 1:0. Sechs Minuten später konnte Finnland den Ausgleich erzielen, Topi Ronni traf mit einem platzierten Schuss zum verdienten 1:1. Doch Schweden konnte eine Minute später wieder in Führung gehen, in Überzahl lief der Puck gut und Tim Almgren schloss das Powerplay mit dem 2:1 ab. Mit diesem Ergebnis ging es in die erste Pause.

Schweden zog sich im 2. Drittel etwas zurück und man ließ Finnland angreifen. Konter der Schweden sorgten aber trotzdem für Gefahr vor dem finnischen Tor. Und die Taktik der Schweden schien die bessere zu sein, denn Filip Bystedt konnte nach 29 Minuten das 3:1 erzielen. Und es kam noch besser, denn drei Minuten später konnte Mattias Hävelid das 4:1 erzielen. Finnland kam aber nach 35 Minuten wieder etwas heran, in Überzahl konnte Lenni Hämeenaho das 4:2 erzielen. Weitere Chancen konnten die Teams bis zur Pausensirene nicht nutzen und so blieb es beim 4:2.  

Die Finnen mussten sich etwas einfallen lassen, um dieses Spiel noch zu drehen. Und nach 49 Minuten konnten sie den Anschlusstreffer erzielen. Tuomas Uronen ließ die Finnen wieder auf einen Punkt hoffen. Finnland versuchte es weiter, hatte aber Glück, dass Schweden seine Konterchancen nicht nutze. Dazu hatten die Tre Kronor sieben Minuten vor dem Ende mit einem Lattentreffer Pech. Finnland musste am Ende alles riskieren, aber auch ohne Torhüter gelang es nicht den Ausgleich zu erzielen.

Durch diesen Erfolg holt sich Schweden den Gruppensieg, Finnland belegt den 2. Platz. Die Schweiz beendet die Hauptrunde auf dem 3. Platz, Lettland belegt den 4. Platz.

Schiedsrichter: M. Langin (CAN), P. Schlittenhardt (USA) – T. Wyonzek (USA), P. Laguzov (GER)
Zuschauer: 684
Strafen: SWE 6 (2/4/0), FIN 8 (2/2/4)
Tore:
1:0 (10:29) M. Hävelid (J. Lekkerimäki, L. Öhgren); 1:1 (16:06) T. Ronni (K. Halttunen, K. Kulonummi); 2:1 (17:46) T. Almgren (N. Östlund, J. Lekkerimäki) PP1;
3:1 (28:05) F. Bystedt (I. Born, O. Pettersson); 4:1 (31:13) M. Hävelid (E. Salomonsson); 4:2 (34:21) L. Hämeenaho (T. Roni, J. Nyman) PP1;
4:3 (48:24) T. Uronen (L. Hämeenaho);

Tabellen:

Gruppe A:

Pl.

Team

Sp.

Tore

Diff.

Pkt.

1

USA

3

24:7

17

9

2

Tschechien

3

12:13

-1

5

3

Kanada

3

16:17

-1

4

4

Deutschland

3

7:22

-15

0

Gruppe B:

Pl.

Team

Sp.

Tore

Diff.

Pkt.

1

Schweden

3

12:8

4

6

2

Finnland

3

13:7

6

6

3

Schweiz

3

8:15

-7

3

4

Lettland

3

7:10

-3

3

Ausführliche Statistiken gibt es unter https://www.iihf.com/en/events/2022/wm18/

Damit kommt es am Donnerstag zu folgenden Viertelfinalspielen.:

Schweden– Deutschland

Finnland -Kanada

Tschechien – Schweiz

USA - Lettland

erschienen bei Icehockeypage