wm 2021

Die ersten beiden Viertelfinals sind absolviert. Die USA lässt der Slowakei keine Chance, Deutschland gewann gegen die Schweiz nach Penaltyschießen. Am Abend setzte sich Kanada nach Verlängerung gegen Russland durch, Ein Treffer reichte Finnland, um gegen Tschechien zu gewinnen.

Schweiz – Deutschland 2:3 (1:0/1:1/0:1) n.P.

Beide haben bisher bei dieser WM Stärken und Schwächen gezeigt und so war beiden hier ein Sieg zuzutrauen. Deutschland trat mit der gleichen Aufstellung an wie gegen Lettland, auch Marcel Noebels war also einsatzbereit. Und auch im Tor gab es keine Änderung, Mathias Niederberger begann.

Beide Teams versuchten gleich sich Chancen zu erarbeiten, zunächst standen beide Abwehrreihen gut und es kam kaum etwas durch. Wie erwartet wurde es ein intensiv geführtes Drittel, jeder Angriff musste hart erarbeitet werden. Deutschland hatte Vorteile, aber ein Treffer gelang nicht. Vier Minuten vor der Pause kam die Schweiz zum 1:0. Ein Schuss von Ramon Untersander brachte der Schweiz die Führung. Der Torschütze hatte sich schön freigelaufen und Deutschlands Torhüter war chancenlos. Mit dieser Führung der Schweiz ging es in die erste Pause.

Vorne musste bei Deutschland mehr Zug zum Tor her, der Rest sah gut aus. Zu Beginn des 2. Drittels kam auch etwas mehr, aber die Schweiz stand hinten weiter gut. Nach 28 Minuten wurde es brenzlig, denn gleich zwei Strafzeiten sorgten für eine lange doppelte Unterzahl des DEB-Teams. Die Unterzahl wurde überstanden, nach 34 Minuten kassierte Deutschland trotzdem das 2:0. Fabrice Herzog wurde vor dem Tor angespielt und er überwand Mathias Niederberger. Deutschland kämpfte weiter und zwei Minuten vor der Pause fiel der Anschlusstreffer. Nach mehrere Versuchen war es Tom Kühnhackl, der Leonardo Genoni im Tor der Schweizer überwand und Deutschland wieder heranbrachte. Nun war Deutschland im Spiel und es gab weitere gute Chancen. Es blieb aber beim 2:1, Deutschland war aber wieder dran.

Deutschland versuchte weiter Druck aufzubauen, aber auch im letzten Drittel ließ die Schweiz nicht viel zu und jede Chance musste hart erarbeitet werden. Die Schweizer blieben mit ihren Kontern immer gefährlich. Beide Teams zeigten viel Einsatz, keiner ließ dem Gegner Platz. Insgesamt gelang es dem DEB-Team viel Druck auszuüben, nur der Treffer wollte nicht fallen. So musste es Deutschland in den letzten 85 Sekunden ohne Torhüter versuchen und das wurde belohnt. 44 Sekunden vor dem Ende traf Leon Gawanke mit einen Nachschuss vom Bullykreis zum 2:2.

Es ging also doch noch in die Verlängerung. Diese ging über maximal 10 Minuten, es wurde aber weiter mit drei Spielern gespielt. Hier ging es vor beiden Toren hoch her, beide Torhüter retteten mehrfach. Erst in der zweiten Hälfte der Verlängerung wurde es etwas ruhiger, beide Abwehrreihen standen nun besser. Viel Tempo war aber immer noch im Spiel. Ein Treffer gab es nicht und so folgte die nächste Nervenschlacht in Form eines Penaltyschießens.

Für das DEB-Team konnten Dominik Kahun, Marcel Noebels verwandeln, bei der Schweiz war nur Timo Meier erfolgreich. Damit zieht Deutschland nach einer Nervenschlacht ins Halbfinale ein.

Schiedsrichter: A. Ansons (LAT), Y. Romasko (RUS) – G. Lazarev (RUS), N. Shalagin (RUS)
Strafen: SUI 0 (0/0/0/0), GER 4 + 10 M. Plachta (Bandencheck) (0/14/0/0)
Tore:
1:0 (15:17) R. Untersander (A. Alatalo, P. Kurashev);
2:0 (33:26) F. Herzog (T. Scherwey, Ch. Bertschy); 2:1 (37:23) T. Kühnhackl (T. Rieder, M. Nowak);
2:2 (59:16) L. Gawanke (D. Kahun, M. Noebels) EA;

Stimmen zum Spiel (Quelle: Deutscher Eishockey-Bund):

DEB-Sportdirektor Christian Künast: „Eine unglaubliche Energieleistung der Mannschaft. Wir können stolz sein. Wir waren die bessere Mannschaft und haben dann in der Lotterie Penaltyschießen gewonnen. Unser Weg ist noch nicht zu Ende, wir freuen uns auf das Halbfinale und schauen, was am Ende dabei rauskommt.“

Bundestrainer Toni Söderholm: „Die Mannschaft war sehr ruhig und konzentriert, sie hat sich aus schwierigen Situationen wieder ins Spiel zurückgekämpft. Im dritten Drittel haben wir noch einen Gang gefunden in Sachen Aggressivität und Wille und Power. Das hat uns den Ausgleich ermöglicht, aber ein bisschen Glück man immer. So wie die Jungs gearbeitet haben, haben sie es voll verdient. Die Jungs freuen sich natürlich und haben sich diese tiefe Glücksgefühle verdient. Ich gönne ihnen alles, was sie jetzt bekommen. Die Reise geht noch weiter, zu dieser Geschichte kommen noch Kapitel hinzu, das ist der allgemeine Wille.“

Kapitän Moritz Müller: „Es war natürlich sehr emotional nach dem Spiel. Was eine Mannschaft, was eine Leidenschaft, wir haben den Sieg erzwungen. Ein Schüsselmoment war die Drei-gegen-fünf-Unterzahl-Situation im zweiten Drittel. Und was ein unglaublicher Spielverlauf danach. Der Anschlusstreffer, dann Leon, der uns kurz vor Schluss den Ausgleich besorgt und dann am dieses Penaltyschießen. So etwas passiert nur Mannschaften, die so ein Herz und Willen an den Tag legen.“

Stürmer Tom Kühnhackl: „Es ist ein unglaubliches Gefühl. Mit zwei Toren im Rückstand haben wir versucht, auch die zweite und dritte Chance vor dem Tor zu bekommen. Dass wir am Ende noch den Ausgleich geschossen haben, hat uns wahnsinnigen Auftrieb gegeben. Wir haben eine großartige Moral bewiesen und uns dafür im Penaltyschießen belohnt. Wir haben viel Vertrauen in unser System und sind geduldig geblieben. Das hat sich heute ausgezahlt.“

Stürmer Marcel Noebels: „Ich habe einfach nur den Kopf ausgeschaltet beim Penalty und bin natürlich froh, den entscheidenden Treffer geschossen zu haben. Es war heute wieder nicht einfach für uns, wir sind wieder zurückgekommen und es war einfache eine geile Leistung des gesamten Teams. Ich bin stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein und diesen riesigen Schritt im Turnier zu gehen. Das ist ein großer Erfolg für das deutsche Eishockey.

USA – Slowakei 6:1 (3:0/1:1/2:0)

Im letzten Gruppenspiel kassierten die Slowaken eine Klatsche und das könnte gegen eine starke USA zusätzlich motivieren. Die USA gehen leicht favorisiert in dieses Duell, sie konnten bisher bei dieser WM überzeugen.

Kaum hatte das Spiel begonnen, da kamen die USA nach drei Minuten zu einem doppelten Überzahl über 106 Sekunden. Adam Huska im Tor der Slowaken wurde viel beschäftigt, er konnte aber mit einigen guten Paraden einen Rückstand verhindern und es blieb beim 0:0. Die USA blieb das offensivere Team, die Slowaken kamen kaum zu guten Angriffen. Nach 14 Minuten kamen die USA zur verdienten Führung, Brian Boyle traf mit einem Schuss ins lange Eck. Zwei Minuten später folgte das 2:0, ein Konter wurde von Colin Blackwell vollendet. 30 Sekunden vor der Pausensirene ging Conor Garland durch und es stand 3:0. So gingen die USA mit einer guten Führung in die Pause.

Deutlich verbessert präsentierten sich die Slowaken im 2. Drittel. Es wurde mehr Druck ausgeübt und nun wurde auch US-Keeper Cal Petersen gefordert. Ein frühes Powerplay brachte zwar keinen Treffer, dieser folgte aber noch. Nach 32 Minuten wurden die Bemühungen der Slowaken belohnt, Peter Cehlarik verkürzte auf 3:1. Es war aber immer noch ein langer Weg zurück in dieses Spiel. Und dieser wurde wieder länger, denn Colin Blackwell wurde nach 37 Minuten schön angespielt und er hatte keine Mühe auf 4:1 zu erhöhen.

Die Slowaken versuchten im letzten Drittel weiter wieder zum Anschluss zu kommen. Aber gegen eine gute Abwehr der Amerikaner wurde es immer schwieriger. Viele Chancen gab es so nicht und nach 46 Minuten war das Spiel endgültig entschieden. Sasha Chmelevski traf nach einer schönen Kombination. 75 Sekunden vor dem Ende kam Connor Garland auch zu seinem zweiten Treffer in diesem Spiel und so endete dieses Spiel mit einem klaren 6:1 für die USA.

Schiedsrichter: A. Schrader (GER), M. Tscherrig (SUI) – J. Merten (GER), D. Obwegeser (SUI=
Strafen: USA 6 (0/2/4), SVK 6 (4/0/2)
Tore:
1:0 (13:08) B. Boyle; 2:0 (15:25) C. Blackwell (K. Leblanc, E. Robinson); 3:0 (19:30) C. Garland);
3:1 (32:12) P. Cehlarik (R. Lantosi); 4:1 (36:50) C. Blackwell (E. Robinson, K. Labanc);
5:1 (45:15) S: Chmelevski (Ch. Wolanin); 6:1 (58:45) C. Garland (Ch. Wolanin, T. Moore);

Russland – Kanada 1:2 (0:0/1:0/0:1) n.V.

Die Russen waren klarer Favorit, denn richtig gut lief es bei Kanada im bisherigen Turnierverlauf nicht. Aber das ewige Duell der erfolgreichsten Teams mit insgesamt 53 WM-Titeln hat dennoch einiges versprochen.

Russland hatte die ersten guten Angriffe und so musste Kanadas Torhüter Darcy Kuemper früh eingreifen. Erst nach fünf Minuten kam Kanada zur ersten Torchance und Russlands Torhüter Sergei Bobrovski musste eingreifen. Nun waren die Kanadier besser im Spiel und der Torhüter der Russen bekam mehr zu tun. Knapp drei Minuten vor der Pause gab es das erste Powerplay des Spiels, Russland hatte einen Spieler mehr auf dem Eis. Doch auch hier konnte kein Tor erzielt werden. Es blieb nach 20 insgesamt ausgeglichenen Minuten beim 0:0.

Nach einem harten Check gegen einen Kanadier kassierten die Russen eine Strafe und Kanada konnte sich im Powerplay versuchen. Es gab eine Chance, aber keinen Treffer. Die Kanadier waren nun das bessere Team, vom Russland kam nicht mehr viel. Erst nach acht Minuten gab es erste gefährliche Angriffe des Rekordweltmeisters. Und ihnen gelang der erste Treffer des Spiels. Ein Nachschuss von Yevgeni Timkin brachte Russland nach 35 Minuten das 1:0. Kanada hatte die letzten Chancen des Drittels, Russland führte aber nach dem 2. Drittel nicht unverdient mit 1.0

Die erste gute Möglichkeit im letzten Drittel hatte Kanada nach zwei Minuten, es blieb aber bei der Möglichkeit. Wenig später folgte das zweite Powerplay für Kanada. Und dieses Powerplay wurde genutzt. Kaum für den Torhüter zu sehen, überwand Adam Henrique den russischen Goalie und es stand nach 46 Minuten 1.1. Zwei Minuten später folgte ein weiteres Powerplay für Kanada, aber es blieb beim 1:1. Die Kanadier wurden aber immer stärker und nun hatten die Russen öfter Probleme in der Abwehr. Erst in den letzten zehn Minuten gab es ein paar Chancen für die Russen, insgesamt waren die Kanadier aber besser. Der entscheidende Treffer gelang aber beiden nicht und so gab es die zweite Verlängerung des Tages.

Viel Tempo gab es auch in dieser Verlängerung und Kanada schaffte die Überraschung. Andres Mangiapane traf nach 132 Sekunden der Verlängerung zum Sieg und damit trifft Kanada im Halbfinale auf die USA.

Schiedsrichter: T. Bjork (SWE), M. Nord (SWE) – D. Hynek (CZE), J. Ondracek (CZE)
Strafen: RUS 6 (0/2/4/0), CAN 2 (2/0/0/0)
Tore:
1:0 (34:32) Y. Timkin (D. Orlov, V. Kamenev);
1:1 (45:03) A. Henrique (C. Brown, M. Comtois) PP1;
1:25 (62:12) A. Mangiapane (T. Stecher);

Finnland – Tschechien 1:0 (0:0/1:0/0:0)

Titelverteidiger Finnland hat bisher eine gute WM gespielt, bei den Tschechen gab es durchaus wechselhafte Leistungen. So gingen die Skandinavier leicht favorisiert in dieses Duell.

Recht ausgeglichen ging es im 1. Drittel zu. Beide Teams hatten Druckphasen. Die aber nicht zu Toren führten. Die Torhüter Jussi Olkinuora (FIN) und auf tschechischer Seite Simon Hrubec bekamen gut zu tun, sie hielten aber auch gut. Finnland bekam 112 Sekunden vor der Pause zum ersten Powerplay und der Puck landete auch im Tor. Da es aber viel Gewühle vor dem Tor gab, wurde der Videobeweis bemüht. Es dauerte recht lange, dann wurde der Treffer nicht anerkannt. So blieb es nach 20 Minuten beim 0:0.

Zehn Sekunden Powerplay brachten Finnland keinen Erfolg und nach zwei Minuten verhinderte die Latte nach einem Kracher von Atte Ohtamaa ein Tor. Die Finnen hatten weiter mehr Spielanteile, Tschechien tat sich nun schwer ins Drittel des Gegners zu kommen. Erst nach 10 Minuten gab es die ersten Schüsse auf das finnische Tor. Finnland blieb aber besser und nach 33 Minuten konnten sie sich mit dem ersten Treffer belohnen. Einen Schuss von Iiro Pakarinen konnte Tschechiens Torhüter nicht festhalten und Jere Innala staubte ab. Nun kamen die Tschechen und es gelang ihnen zu einigen guten Torchancen zu kommen. In den letzten beiden Minuten in Unterzahl hielten die Finnen die knappe Führung bis zur Pausensirene.

30 Sekunden Restpowerplay konnte Tschechien zu Beginn des 3. Drittels nicht nutzen und so missten sie es weiter versuchen. Tschechien drückte weiter, aber die finnische Abwehr stand wieder sehr gut und zwischendurch gab es gefährliche Konter. Hinten wurden viele Angriffe der Tschechen gut gestört und den Rest erledigte der Torhüter. 136 Sekunden vor dem Ende nahm Tschechien eine Auszeit und den Torhüter vom Eis. Es blieb beim 1:0 der Finnen und somit trifft Finnland im Halbfinale auf Deutschland

Schiedsrichter: A. Bruggeman (USA), O. Gouin (USA) – D. McCrank (CAN), B. Oliver (USA)
Strafen: FIN 2 + 10 I. Pakarinen (Check von hinten) (0/12/0), CZE 2 (2/0/0)
Tore:
1:0 (32:55) J. Innala (I. Pakarinen, P. Kontiola);

Ausführliche Statistiken zur WM gibt es HIER

Damit kommt es zu folgenden Halbfinalspielen:

USA – Kanada
Finnland - Deutschland

erschienen bei Icehockeypage