U18WMIm kleinen Finale der U18-Weltmeisterschaft in Landshut und Kaufbeuren konnte sich Finnland gegen Tschechien durchsetzen. Nachfolger von Kanada als Weltmeister ist Schweden, dass vor 2.560 Zuschauern gegen die USA gewann.

Finnland – Tschechien 4:1 (1:1/1:0/2:0)

Tschechien könnte erstmals seit 2012, als der 2. Platz belegt wurde, wieder eine Medaille gewinnen. Finnland gelang dies letztmalig 2018, damals gewannen sie den Titel. Zuzutrauen war ein Sieg beiden Teams und beide können auch schönes Offensiveishockey sielen.

Beide gingen auch gleich zur Sache und nach vier Minuten konnte sich Finnland erstmals in Überzahl versuchen. Tschechien überstand dieses erste Unterzahl und ging wenig später in Führung. Ondrej Becher vollendete einen Konter mit dem 0:1 nach sechs Minuten. Wenige Sekunden später landete ein Kracher von Finnland an der Latte des tschechischen Tores. Finnland blieb aber dran und kam nach zehn Minuten zum Ausgleich. Joakim Kemell fälschte einen Schuss unhaltbar ins Tor ab. Finnland hatte bis zur Pause Vorteile, aber auch ein zweites Powerplay brachte keinen Treffer und so ging es mit dem 1:1 in die Pause.

Finnland kam mit viel Druck aus der Kabine und es gab einige sehr gute Torchancen. Doch die Finnen scheiterten immer wieder am Torhüter der Tschechen. Erst eine Strafe gegen Finnland nach 25 Minuten brachte den Tschechen Entlastung. Danach ging es ausgeglichener zu, Finnland hatte aber weiter kleine Vorteile. Sechs Minuten vor der Pause konnte Finnland seine Vorteile zur Führung nutzen. Ein Puckgewinn in der neutralen Zone brachte dienen Angriff mit Torchance und im Nachschuss konnte wieder Joakim Kemell mit seinem sechsten Tor bei dieser WM Finnland wieder in Führung bringen. Die Versuche von Tschechien den Ausgleich zu erzielen, blieben bis zur Pause ebenso erfolglos, wie die Versuche der Finnen den Vorsprung auszubauen. Es blieb beim knappen 2:1 und das ließ auf ein spannendes letztes Drittel hoffen.

Die Tschechen mussten kommen, nur ließen die Finnen kaum Angriffe zu. Sie störten den Spielaufbau früh und so kamen die Tschechen kaum in das Drittel der Finnen. Und wenn möglich, zogen die Finnen ihre eigenen Angriffe durch. Tschechien kam zwar doch zu Druckphasen, die konnten aber nicht genutzt werden. Finnland machte es besser, fünf Minuten vor dem Ende sorgte Jere Lassila für eine Vorentscheidung. Ein Angriff der Finnen konnte er erfolgreich abschließen. 3:31 Minuten vor dem Ende nahm Tschechien den Torhüter vom Eis, sie hatten nichts mehr zu verlieren. Doch Finnland konnte sich immer wieder befreien und 49 Sekunden vor dem Ende machte Jere Lassila mit seinem zweiten Treffer den Sack zu. Er hatte keine Probleme den Puck ins leere Tor zu schießen.

Am Ende gewann Finnland verdient dieses Spiel und belegt damit den 3. Platz bei dieser WM.

Schiedsrichter: R. Magnusson (SWE), P. Schlittenhardt (USA) – P. Laguzov (GER), A. Nyqvist (SWE)
Zuschauer: 1.649
Strafen: FIN 2 (0/2/0), CZE 4 (4/0/0)
Tore:
0:1 (05:27) O. Becher (A. Bares, F. Nemec); 1:1 (09:05) J. Kemell (A. Kiviharju, J. Lassila);
2:1 (33:24) J. Kemell )A. Kaskimäki, J. Lassila);
3:1 (54:58) J. Lassila (J. Kemell); 4:1 (59:11) J. Lassila (E. Laakso) ENG;

USA – Schweden 4:6 (2:2/1:2/1:2)

2019 konnten die USA den 3. Platz bei der U18-WM belegen, 2021 gingen sie leer aus. Der letzte Titel stammt aus dem Jahr 2017. Die Schweden konnten bei den letzten drei Weltmeisterschaften insgesamt jeden Podiumsplatz belegen. 2021 war es der 3. Platz, 2019 wurde der Titel geholt und im letzten Jahr war es der 3. Platz. Beide blicken also auf erfolgreiche Turniere zurück.

Das Finale nahm gleich Fahrt auf. Vor beiden Toren wurde es gefährlich und nach 144 Sekunden gab es den ersten Treffer. Ryan Leonard brachte die USA in Führung. Es ging weiter hoch her vor den Toren, denn beide Teams spielten auf Angriff. Und es waren die Schweden, die nach 13 Minuten eine ihrer Chancen nutzen konnten. Oskar Pettersson wurde lang angespielt und gegen seinen Schuss von der blauen Linie war der US-Goalie machtlos. 62 Sekunden später führten die Schweden sogar. Noah Östlund setzte sich schön durch und das Spiel war gedreht. Doch die USA kamen drei Minuten später zum Ausgleich. Ein Angriff der Schweden wurde im eigenen Drittel abgefangen und den Gegenangriff nutzt Frank Nazar III nach einem Alleingang über die gesamte Fläche zum Ausgleich. Gegen seinen Schuss von der Seite war der Torhüter machtlos. Ein starkes Drittel endete mit diesem Spielstand.

Die USA hatte im 1. Drittel Vorteile und das setzte sich im Mittelabschnitt fort. Sie bestimmten die Offensive, Schweden spielte nun mehr auf Konter. Eine Strafe gegen die USA brachte den fünften Treffer in diesem tollen Spiel. Zunächst hatte die USA eine gute Konterchance, dann konnte Liam Öhgren für Schweden einen Schuss von der Seite im Tor der USA unterbringen und Schweden führte nach 32 Minuten mit 2:3. Weitere Strafen bremsten die SUA aus und 68 Sekunden mussten sie sogar mit drei Feldspielern auskommen. Und diese Chance ließen sich die Schweden nicht entgehen. Zwei Sekunden bevor die USA um einen Feldspieler aufstocken konnten, konnte Noah Östlund das gute Powerplay der Schweden vier Minuten vor der Pause mit dem 2:4 abschließen. Doch die USA kamen zum Anschluss. Beide mit einem Spieler auf der Strafbank und nach einem Bully bei Schweden konnte Rutger McGroarty 12 Sekunden nach dem 2:4 auf 3:4 verkürzen. Und es folgte ja noch ein Powerplay für die USA, dass allerdings keinen weiteren Treffer brachte. Doch auch Schweden ließ ein weiteres Powerplay liegen und so blieb es nach 40 Minuten beim knappen 3:4.

Während die USA vor 2.560 Zuschauern weiter Angriff und auch zu zwei weiteren Powerplays kam, spielte Schweden weiter auf Konter. Und das erfolgreich, denn nach 50 Minuten zum 3:5. Liam Öhgren ging durch und ließ den US-Keeper aussteigen. Die SUA stürmten weiter und einige Strafen gegen Schweden brachten den USA zusätzlichen Platz auf dem Eis. 3:19 vor dem Ende und bei einer Strafe gegen Schweden riskierten die USA es ohne Torhüter zu spielen und sie konnten durch Rutger McGroarty 191 Sekunden vor dem Ende auf 4:5 verkürzen. Weitere Versuche ohne Torhüter den Ausgleich zu erzielen, scheiterten und 31 Sekunden vor dem Ende sicherte Jonathan Lekkerimäki Schweden mit einem Empty Net Goal den WM-Titel.

Schweden holt sich durch eine bessere Chancenverwertung den zweiten WM-Titel in dieser Altersklasse.

Schiedsrichter: M. Iwert (GER), M. Langin (CAN) – O. Hautamäki (FIN), T. Wyonzek (CAN)
Zuschauer: 2.560
Strafen: USA 16 (2/8/6), SWE 14 (0/2/12)
Tore:
1:0 (02:24) R. Leonard (D. Kaplan); 1:1 (12:09 (O. Pettersson (C. Odelius); 1:2 (13:12) N. Östlund (J. Lekkerimäki, L. Öhgren); 2:2 (15:56) F. Nazar III (T. Duke);
2:3 (31:59) L. Öhgren (M. Hävelid, J. Lekkerimäki) PP1; 2:4 (35:51) N. Östlund (O. Pettersson, M. Hävelid) PP2; 3:4 (36:03) R. McGroarty (L. Cooley);
3:5 (59:41) L. Öhgren (J. Lekkerimäki); 4:5 (56:49) R. McGroarty (J. Snuggerud, C. Gauthier) PP1; 4:6 (59:29) J. Lekkerimäki (M. Hävelid) NEG;

Ausführliche Statistiken gibt es unter https://www.iihf.com/en/events/2022/wm18/