wm 2022Mit Verspätung begann der WM-Tag der Gruppe A. Ein Treffer genügte Deutschland, um gegen Dänemark zu gewinnen. Kanada quält sich gegen Kasachstan zum Sieg. Die USA gewann das Auftaktspiel der Gruppe B gegen Großbritannien. Tschechien ließ Lettland am Abend keine Chance.

Gruppe A:

Deutschland – Dänemark 1:0 (0:0/1:0/0:0)

Zunächst gab es einen Schreckmoment, auf Grund eines Feueralarms musste die Halle geräumt werden und der Spielbeginn verzögerte sich. Zum Glück ist nichts passiert und nach einiger Zeit durften die Spieler zurück in die Kabine und sich auf das Spiel vorbereiten.

Beide haben nach drei Spielen sechs Punkte auf dem Konto, der Sieger würde also einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale machen. Zuzutrauen war beiden ein Erfolg, es würde viel auf die Tagesform ankommen. Deutschland musste noch auf Leon Gawanke und Lukas Reichel verzichten, außerdem fehlte Tim Stützle. Alexander Karachun kam zu seinem WM-Debüt, im Tor begann Philipp Grubauer.

Mit 100 Minuten Verspätung startete das Spiel und so blieb auch abzuwarten, wer diese Zwangspause besser verkraftet hatte. Zunächst ging es ausgeglichen zu, beide präsentierten ich gewohnt Defensivstark. Deutschland kam i Laufe des Drittels zu leichten Vorteilen, ohne dass es sehr viele Torchancen gab. Pech hatte Moritz Seider, sein Schuss landete 160 Sekunden vor der Pause an der Latte. Näher zum Tor kam der Puck in diesem Drittel nicht, es blieb beim 0:0.

Geduld war in diesem Spiel gefragt und das galt für beide Teams. Deutschland kam zu Beginn des 2. Drittels zu einer Druckphase, aber Dänemark konnte alle Schussversuche abwehren. Nach 24 Minuten gab es das erste Powerplay des Spiels, Deutschland durfte sich mit einem Spieler mehr versuchen. Zwei Chancen gab e sin diesem Powerplay und auch Marcel Noebels scheiterte an der Querstange des Tores. Auch Dänemark kam zu guten Angriffen und nach 28 Minuten brachte einer ein erstes Powerplay. Nun hatte Dänemark einige gute Chancen, es blieb aber beim 0:0. Dann brachte ein Wechselfehler Deutschland ein weiteres Powerplay. Marc Michaelis hielt die Kelle in einen Pass von Marcel Noebels und nach 33 Minuten ging Deutschland mit 1:0 in Führung. Deutschland hatte im 2. Drittel leichte Vorteile und das Team überstand noch eine Strafe. Die knappe Führung nach 40 Minuten war durchaus verdient.

Dänemark versuchte im letzten Drittel mehr Druck aufzubauen, aber Deutschland stand gut und das DEB-Team nutzte weiterhin jede Gelegenheit um selbst anzugreifen. Beide kämpften um jeden Puck, ohne dass es unfair wurde. Dänemark wollte natürlich den Torhüter ziehen, Deutschland verhinderte das zunächst. 68 Sekunden vor dem Ende gelang das den Dänen doch noch und so konnte noch mehr Druck auf das Tor von Deutschland ausgeübt werden. Das DEB-Team verteidigte den knappen Vorsprung über die Zeit und siegte nicht unverdient mit 1:0.

18 Schüsse musste Philipp Grubauer abwehren und einige hatten es in sich. Am Ende konnte er sich über seinen ersten WM-Shutout freuen. Deutschland liegt nun mit neun Punkten auf dem 3. Platz der Tabelle und hat einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale gemacht. Dänemark liegt mit sechs Punkten aber ebenfalls weiter gut im Rennen um das Viertelfinale.

Schiedsrichter: L. Heikkinen (FIN), P. Stano (SVK) – J. Davis (USA), H. Sormunen (FIN)
Zuschauer: 2570
Strafen: GER 4 (0/4/0), DEN 6 (0/4/2)
Tore:
1:0 (32:41) M. Michaelis (M. Noebels, D. Fischbuch) PP1;

Kanada – Kasachstan 6:3 (3:2/1:1/2:0)

Die Favoritenrolle war hier klar verteilt, ein Sieg der Kanadier wurde erwartet. Sollte es Kasachstan allerdings gelingen das Spiel lange offen zu gestalten, könnte es auch eine Überraschung geben.

Und die Kasachen konnten Kanada zunächst auch überraschen. Nach 145 Sekunden landete ein Schuss von Yegor Petukhov im Tor der Kanadier. Sein verdeckter Schuss wurde auch noch von einem Abwehrspieler abgefälscht und so führte der Außenseiter. Allerdings nur für 80 Sekunden, dann kam Kanada zum Ausgleich. Dylan Cozens konnte einen Nachschuss im Tor versenken. Kanada bestimmte nun das Spielgeschehen und auch zwei Strafen konnten sie kaum stoppen. Die dritte Strafe war dann aber doch eine zu viel, Kasachstan nutzte diese zum 1:2. Araki Shestakov lenkte einen Querpass ins Tor ab und so stand es nach 13 Minuten 1:2. Doch auch diese Führung hielt nicht lange. Drake Bartherson konnte nach einigen Fehlversuchen zuvor doch noch den Punk über die Linie schießen. Allerdings hatte er dabei Glück, oder auch der kasachische Torhüter Pech. Denn von seinem Rücken prallte der Puck ins Toe ab und so stand es zwei Minuten später 2:2. Und zwei Minuten vor der Pause konnte Kanada erstmals in Führung gehen. Die erste Strafe gegen Kasachstan nutzte Adam Lowry, er fälschte einen Schuss unhaltbar ins Tor ab. Es war also einiges los in diesem Drittel und mit diesem Spielstand ging es in die Kabine.

Kanada hatte zwar weiter mehr Spielanteile, Kasachstan hielt aber weiter gut dagegen. Die Kanadier hatten zwar einige gute Chancen, aber erst nach 33 Minuten konnte ein Treffer erzielt werden. Damon Severson konnte mit dem 4:2 für etwas mehr Beruhigung auf der Bank des Favoriten sorgen. Er wurde mit einem Pass auf die Reise geschickt und ließ sich diese Chancen nicht entgehen. Kanada war insgesamt in diesem Drittel wie erwartet klar überlegen und führte natürlich verdient. Kasachstan verkaufte sich aber weiter gut und forderte den Favoriten weiter.

Die ersten Minuten des Schlussabschnitts gingen an die Kasachen. Ein Powerplay brachte ihnen Vorteile, einen Treffer aber nicht. Jedenfalls bis zur 48. Minute, denn da traf der Außenseiter zum 4:3. Kirill Savitski lenkte einen Querpass ins Tor und nun war es wieder eine offene Partie. Ein Powerplay brachte Kanada dann wieder mit zwei Toren in Führung. Die Kanadier ließen die Scheibe gut laufen und Dylan Cozens schloss das Powerplay acht Minuten vor dem Ende mit dem 5:3 ab. Kasachstan gab zwar nicht auf, eine Strafe genau zwei Minuten vor dem Ende verhinderte aber selbst Angriffe starten zu können. Das Powerplay nutzte Dylan Cozens aus, um zu seinem 3. Treffer in diesem Spiel zu kommen. 49 Sekunden vor dem Ende setzte er sich schön durch und ließ dem Torhüter keine Chance. So gewann Kanada am Ende unerwartet knapp, aber verdient.

Kanada führt die Tabelle nach vier Spieltagen an und ist, ebenso wie die Schweiz, fast im Viertelfinale. Kasachstan kann mit einer solchen Leistung durchaus auf den Klassenerhalt hoffen.

Schiedsrichter: J. Rekucki (USA), M. Rohatsch (GER) – N. Constantineau (FRA), T. Niittyla (FIN)
Zuschauer: 2299
Strafen: CAN 14 (6/6/2), KAZ 14 (2/8/4)
Tore:
0:1 (02:25) Y. Petukhov (A. Asikov);1:1 (03:45) D. Cozens (R. Graves, N. Roy); 1:2 (12:16) A. Shestakov (P. Akolzin, K. Panyukov) PP1; 2:2 (14:18) D. Batherson (K. Johnson, R. Graves); 3:2 (17:20) A. Lowry (K. Johnson, J. Anderson) PP1;
4:2 (32:14) D. Severson (N. Gregor);
4:3 (47:55) K. Savitski (N. Mikhailis); 5:3 (51:58) D. Cozens (D. Batherson, D. Severson) PP1; 6:3 (59:11) D. Cozens (P.-L. Dubois, D. Severson) PP1;

Gruppe B:

Großbritannien – USA 0:3 (0:0/0:1/0:2)

Die USA waren klarer Favorit, auch wenn sie zuletzt schwächelten. Dass sollte jedoch gegen die Briten unterlassen werden, sonst könnte es wieder eine böse Überraschung geben.

Nach bereits 27 Sekunden kassierten die USA eine Strafe, aber Powerplay liegt den Briten nicht und so blieb es beim 0:0. Insgesamt vier Powerplays hatten die Briten im Anfangsdrittel, ein Treffer gelang nicht. Die USA hatte komplett klare Vorteile, aber die Zuschauer mussten im 1. Drittel auf Torjubel verzichten.

Auch im 2. Drittel taten sich die USA gegen gutstehende Briten schwer. Es gab kaum gute Angriffen und Chancen blieben somit auch aus. Bis zur 29. Minute dauerte es, dann konnte erstmals ein Team jubeln. Ben Meyers fälschte einen Schuss von Andrew Peeke unhaltbar unter die Latte ab. Es blieb der einzige Torjubel in diesem Drittel.

Die USA gingen mit einem Powerplay ins letzte Drittel. Das Powerplay nutzten die USA zum 0:2, Kieffer Bellows konnte nach 58 Sekunden einen Nachschuss im Tor der Briten unterbringen. Nach 44 Minuten kassierte Großbritannien wieder eine Strafzeit und 19 Sekunden später kam Kieffer Bellows zu seinem zweiten Treffer. Aus dem Bullykreis schoss er den Puck unter die Latte. Die USA kontrollierten das Spiel, richtig gefährlich wurde es vor dem eigenen Tor trotzdem nicht mehr.

Der nachnominierte Jeremy Swayman im Tor der USA kam nach 17 abgewehrten Schüssen gleich bei seinem ersten WM-Einsatz zu einem Shutout.

Ohne zu glänzen holten die USA hier drei Punkte und liegen nun mit acht Punkten auf dem 3. Platz. Um das Viertelfinale zu erreichen müssen aber noch weitere Punkte her. Großbritannien hat weiterhin einen Punkt auf dem Konto und spielt weiter um den Klassenerhalt.

Schiedsrichter: J. Ingram (CAN), M. Stolc (SUI) – J. Merten (GER), S. Synek (SVK)
Zuschauer: 4506
Strafen: GBR 10 (0/4/6), USA 12 (8/0/4)
Tore:
0:1 (28:20) B. Meyers (A. Peeke, N. Schmidt);
0:2 (40:58) K. Bellows (A: Gaudette, S. Farrell) PP1; 0:3 (41:41) K. Bellows (S. Farrell, N. Schmidt) PP1;

Tschechien – Lettland 5:1 (5:0/0:0/0:1)

Der Sieger dieser Partie konnte sich ein wenig vom Konkurrenten um den 4. Platz absetzen. Tschechien würde diesen Vorsprung sogar auf vier Punkte ausbauen.

Lettland spielte in der Anfangsphase mit und so gab es Chancen vor beiden Toren. Tschechien konnte aber nach fünf Minuten in Führung gehen. Einen Schuss von der blauen Linie konnte Lettlands Keeper noch abwehren, im Nachschuss konnte Hynek Zohorna aber die Führung erzielen. 18 Sekunden nach der Führung kam Tschechien zum ersten Powerplay und das endete 38 Sekunden später mit dem 2:0 von Roman Cervenka. Nach zuvor viel Druck auf das Tor kam er zum Schuss und Lettlands Torhüter war erneut geschlagen. Nun waren die Tschechen im Spiel und Lettland wankte gewaltig. Und Tschechien konnte noch einen nachlegen. Die 7. Minute brachte das 3:0 durch Michael Spacek. Nach einem Puckgewinn im Drittel der Letten traf er mit einem Rückhandschuss. Tschechien blieb klar überlegen, auch wenn Lettland kämpfte. Das 4:0 von Tomas Hertl nach 17 Minuten konnte dennoch nicht verhindert werden, ein lettischer Verteidiger lenkte den Puck ins Tor ab. Einen kassierten die Letten noch im Anfangsdrittel. David Pastrnak wurde 64 Sekunden vor der Sirene Mustergültig am Pfosten angespielt und er traf zum 5:0-Pausenstand.

Lettland wechselte zum 2. Drittel den Torhüter, für Elvis Merzlikins kam Arturs Silvos. Sie versuchten auch ein wenig mehr mitzuspielen, aber viel ließen die Tschechen nicht zu. Sie kontrollierten das Spiel nun und sie zeigten weiter gute Spielzüge. Lettland war etwas besser im Spiel, aber auch ihnen gelang kein Treffer und so blieb es nach 40 Minuten beim 5:0. 

Lettlands Einsatz ab dem 2. Drittel wurde zu Beginn des Schlussabschnitts belohnt, Arturs Kulda konnte 61 Sekunden nach Wiederbeginn das 5:1 erzielen. Tschechien verwaltete das Ergebnis weiter, den Letten gelang es nicht noch mehr Tore aufzuholen. Es blieb am Ende beim 5:1 für die Tschechen.

Mit sieben Punkten liegen die Tschechen nun auf dem 4. Platz, vom Viertelfinale sind sie aber noch ein Stück entfernt. Lettland wird sich in den nächsten Spielen vor allem auf den Klassenerhalt konzentrieren müssen, die Chancen das Viertelfinale noch zu erreichen, sind eher gering.

Schiedsrichter: F. Lawrence (CAN), S. MacFarlane (USA) – A. W. Kroyer (DEN), D. Obwegeser (SUI)
Zuschauer: 5711
Strafen: CZE 6 (0/4/2), LAT 6 (2/4/0)
Tore:
1:0 (04:02) H. Zohorna (T. Hertl, D. Sklenicka); 2:0 (04:58) R. Cervenka (D. Pastrnak, D. Krejci) PP1; 3:0 (06:41) M. Spacek (J. Flek); 4:0 (16:30) T. Hertl (H. Zohorna, M. Blumel); 5:0 (18:56) D. Pastrnak (D. Krejci, R. Cervenka);
5:1 (41:01) A. Kulda (Ri Bukarts);

Tabellen:

Gruppe A:

Pl.

Team

Sp.

Tore

Diff.

Pkt.

1

Kanada

4

22:8

14

12

2

Schweiz

4

19:7

12

12

3

Deutschland

4

9:8

1

9

4

Dänemark

4

11:9

2

6

5

Frankreich

4

8:9

-1

5

6

Slowakei

4

9:14

-5

3

7

Italien

4

5:15

-10

1

8

Kasachstan

4

7:20

-13

0

Gruppe B:

Pl.

Team

Sp.

Tore

Diff.

Pkt.

1

Schweden

4

17:6

11

11

2

Finnland

4

13:5

8

10

3

USA

4

11:7

4

8

4

Tschechien

4

14:9

5

7

5

Norwegen

4

11:14

-3

5

6

Lettland

4

6:13

-7

3

7

Österreich

4

8:12

-4

3

8

Großbritannien

4

4:18

-14

1

Ausführliche Statistiken gibt es unter https://www.iihf.com/en/events/2022/wm