wm 2022Die Nachmittagspartien des Viertelfinals sind gespielt. Kanada dreht Spiel gegen Schweden und Tschechien setzt sich gegen Deutschland durch. Am Abend schlugen die USA die Schweiz und Finnland drehte nach Rückstand das Spiel gegen die Slowakei.

Schweden – Kanada 3:4 (2:0/1:0/0:3) n.V.

Beide konnten in Bestbesetzung antreten, den besseren Start in das Spiel hatten die Schweden. Bach 87 Sekunden konnte Carl Klingberg die Skandinavier in Führung bringen. Kanada versuchte zu antworten, aber die Schweden verteidigten gut und sie nutzen eine weitere Chance. William Nylander traf nach acht Minuten zum 2:0. Wenig später hatten die Kanadier Glück, denn Schweden kam zu einem doppelten Powerplay von fast einer Minute. Dieses überstanden die Kanadier unbeschadet. Weitere Chancen konnten die Teams nicht nutzen, aber die Schweden konnten mit dem 1. Drittel zufrieden sein.

Kanada drückte im 2. Drittel, aber sie kamen nur zu Torschüssen. Und wieder machten es die Schweden besser, denn eine der wenigen Chancen führte zum 3:0 durch Max Friberg. So stand es nach 29 Minuten 3:0. Die Kanadier stürmten weiter, aber die schwedische Abwehr war einfach nicht zu knacken. 19:1 Torschüsse lautete das Torschussverhältnis im 2. Drittel für der Kanadier, nach Toren 3:0 für Schweden.

Nach 81 Sekunden des Schlussdrittels kamen die Kanadier endlich zum Anschlusstreffer. Ein Schuss von Ryan Graves fand den Weg ins Tor und da vor dem Tor einiges los war, war dem schwedischen Torhüter die Sicht versperrt. Kanada war also im Spiel und es war ja noch einiges an Zeit auf der Uhr. Den Schweden gelang es das letzte Drittel ausgeglichener gestalten, was auch an zwei Powerplays lag. Doch in den letzten zwei Minuten gelang es den Kanadiern wirklich noch das Spiel zu drehen. Nach einer Strafe gegen Schweden nahmen die Kanadier den Torhüter vom Eis und Pierre-Luc Dubios konnte 113 Sekunden vor dem Ende auf 3:2 verkürzen. Weiter ohne Torhüter gelang Matt Barzal mit einem Rückhandschlenzer der 3:3-Ausgleich.

Es ging in die Verlängerung und diese war nach 43 Sekunden vorbei. Schweden fing sich nach 25 Sekunden eine Strafe ein und 18 Sekunden später sorgte Drake Batherson für den Halbfinaleinzug der Kanadier.

Schiedsrichter: L. Heikkinen (FIN), J. Rekucki (USA) – H. Sormunen (FIN), J. Spur (CZE)
Zuschauer: 8576
Strafen: SWE 6 (0/2/2/2), CAN 10 (4/2/4/0)
Tore:
1:0 (01:27) C. Klingberg (O. Lang, J. Peterson); 2:0 (07:04) W. Nylander (J. Nordström);
3:0 (28:23) M. Freiberg (E. Gustafsson, O. Ekman-Larsson);
3:1 (41:21) R. Graves (N. Roy, M. Comtois); 3:2 (58:07) P.-L. Dubios (T. Chabot, D. Cozens) PP1/EA; 3:3 (58:37) M. Barzal (D. Bartherson, M. Comtois) EA;
3:4 (40:43) D. Bartherson (M. Barzal, P.-L. Dubios) PP1;

Deutschland – Tschechien 1:4 (0:2/0:1/1:1)

Deutschland ging in unveränderter Aufstellung in dieses Viertelfinale, bis auf Dustin Strahlmeier und Dominik Bittner wurden also alle Spieler aufgestellt. Im Tor begann Philipp Grubauer.

Deutschlands Torhüter bekam gut zu tun, denn nach bereits 35 Sekunden kassierte Deutschland die erste Strafe. Tschechien nutzte dieses Powerplay zur frühen Führung, nach 137 Sekunden erzielte David Pastrnak das 0:1. Die Tschechen hatte weiter mehr Spielanteile und die zweite Strafe gegen das DEB-Team führte zum 0:2. Wieder war es die Paradereihe der Tschechen, die einen Treffer erzielen konnte, diesmal traf Roman Cervenka und es stand nach 11 Minuten 0:2. Bis zur Pause kam Deutschland zwar besser ins Spiel, es blieb aber beim 0:2.

Dieses Spiel noch zu drehen würde schwer werden, Deutschland kämpfte aber weiter. Doch auch eine erste Strafe gegen Tschechien brachte keinen Erfolg, Anders Tschechien, das 3. Powerplay führte zum 0:3. Wieder lief die Scheibe traumhaft und diesmal konnte David Krejci für Jubel bei den Tschechen sorgen. Er erhöhte nach 33 Minuten auf 0:3. Deutschland versuchte es weiter und es gab auch gute Chancen, aber ein Tor wollte nicht gelingen. Entweder hielt der Torhüter, oder das Metall des Tores verhinderte einen Treffer. So blieb es nach 40 Minuten beim 0:3.

Deutschland versuchte weiter zum Anschluss zu kommen, aber der Puck wollte einfach nicht ins Tor. Neun Minuten vor dem Ende gab es eine Strafe gegen Tschechien und das war schon fast die letzte Chance, sollte das Spiel noch gedreht werden. Deutschland nahm eine Auszeit und auch gleich den Torhüter vom Eis. Doch wieder konnten die Tschechen mit viel Einsatz einen Gegentreffer verhindern. Es ging aber mit viel Druck und ohne Torhüter weiter und sechs Minuten vor dem Ende gelang der längst verdiente Anschlusstreffer. Moritz Seider zog ab und diesmal war Tschechiens Torhüter machtlos. Nach einer weiteren Glanzparade von Deutschlands Torhüter ging dieser 4:40 vor dem Ende erneut vom Eis. Es gelang auch Druck aufzubauen, aber wieder verhinderte Metall einen weiteren Treffer für das DEB-Team. Doch es half nichts, zumal Jiri Smejkal 110 Sekunden vor dem Ende mit einem Empty Net Goal das 1:4 erzielen konnte.

Einen 0:2-Rückstand nach 20 Minuten gegen ein Team wie Tschechien aufzuholen, ist schwer und daran scheiterte Deutschland. Insgesamt war es eine gute WM. In diesem Spiel aber holten sich die Tschechen verdient den Sieg.

Schiedsrichter: M. Nord (SWE), M. Stolc (SUI) – M. Chaput (CAN), S. Synek (SVK)
Zuschauer: 4290
Strafen: GER 8 (6/2/0), CZE 6 (2/2/2)
Tore:
0:1 (02:17) D. Pastrnak (D. Krejci, R. Cervenka) PP1; 0:2 (10:04) R. Cervenka (D. Krejci, F. Hronek) PP1;
1:3 (53:48) M. Seider (M. Noebels, M. Plachta) EA; 1:4 (58:10) J. Smejkal (D. Kampf) ENG;

Schweiz – USA 0:3 (0:2/0:0/0:1)

Die Schweizer konnten in der Gruppenphase überzeugen, die USA erst zum Ende dieser. So konnte ein enges Spiel erwartet werden. Nach ausgeglichenem Beginn mit wenigen Torchancen brachte die erste Strafe des Spiels den ersten Treffer. Die USA in Überzahl und Ben Meyers bekam ein Tor angeschrieben. Er spielte eine Schweizer an und von dessen Schlittschuh prallte der Puck ins Tor. So stand es nach 12 Minuten 0:1. Die USA bestimmte das Geschehen weiter, den Schweizern gelang im 1. Drittel nicht viel. Im Gegenteil, nach 17 Minuten stand es sogar 0:2. Ein Verteidiger kam nicht an den Puck, der Torhüter kam zu spät aus dem Tor und Adam Gaudette bedankte sich mit dem 0:2. Mit dieser verdienten Führung der USA ging es in die erste Pause.

Bisher war das 2. Drittel das Drittel der Schweizer und so mussten die USA aufpassen. Die Eidgenossen kamen auch gleichmit viel Druck und es gab auch ein frühes Powerplay. Nur der Ausgleich wollte nicht fallen. So hatte die Schweiz Vorteile, den US-Boys gelangen aber auch immer wieder gute Konter. Es blieb ein torloses Drittel, was die Amerikaner sicherlich nicht störte.

Die Schweizer taten sich im letzten Drittel wieder schwerer zu Chancen zu kommen. Zwar gab es Angriffe, aber ein Treffer wollte nicht gelingen. Den US-Boys reichte einige Konter, um für Gefahr vor dem Tor des Gegners zu sorgen und die Abwehr zu entlasten. Einer dieser Konter brachte fünf Minuten vor dem Ende eine Vorentscheidung. Sean Farrell legte quer und Ben Meyers vollendete mit seinem zweiten Treffer zum 0:3. Die Schweizer versuchten es sofort ohne Torhüter, aber sie kamen einfach nicht durch. Es blieb am Ende beim 0:3 und dem Aus des Geheimfavoriten.

22 Schüsse bekam US-Keeper Jeremy Swayman auf sein Tor, er verhinderte aber mit teils klasse Paraden ein Gegentor. So sorgten die USA verdient. Die Schweizer schafften es nicht an die Leistungen der Gruppenspiele anzuknüpfen.

Schiedsrichter: A. Ansons (LAT), L. Öhlund (SWE) – A. W. Kroyer (DEN), N. van Oosten (CAN)
Zuschauer: 3727
Strafen: SUI 0 (2/0/0), USA 0 (0/4/0)
Tore:
0:1 (11:59) B. Meyers (K. Bellows, L. Hughes) PP1; 0:2 (16:42) A. Gaudette (A. Peeke);

Finnland – Slowakei 4:2 (1:2/1:0/2:0)

Die finnische Abwehr knacken war die Hauptaufgabe der Slowaken. Dass klappte im 1. Drittel gut, denn nach einem nicht genutzten Powerplay folgte doch der Führungstreffer. Adam Sykora fälschte einen Schuss zum 0:1 ab und zu diesem Zeitpunkt hatte die Finnen noch keinen Torschuss auf dem Zettel. Die Finnen fanden weiter nicht ins Spiel, die Slowaken waren nun drin. Und nach 16 Minuten konnten die auf 0:2 erhöhen, Pavol Regenda verwertete einen Abpraller. Doch die Finnen kamen dennoch zum Anschlusstreffer. Marko Anttila lenkte einen Schuss unhaltbar ab und 93 Sekunden vor der Pause waren die Finnen wieder dran. Klar bessere Slowaken führten nach 20 Minuten dennoch verdient mit 1:2.

Finnland kam deutlich verbessert aus der Kabine und nach 24 Minuten erzielten sie den Ausgleich. Der Spielaufbau der Slowaken wurde gut gestört und Marko Anttila konnte einen Puckgewinn mit einem Schuss ins Tor abschließen. Recht ausgeglichen ging es weiter, beide ließen nicht viel zu. Auch in Überzahl gelang es den Teams nicht den Führungstreffer zu erzielen, es blieb nach 40 Minuten beim 2:2.

Nach 45 Minuten hatten die Finnen das Spiel endgültig gedreht. Nach einem abgewehrten Schuss reagierte Sakari Manninen am schnellsten und Finnland führte 3:2. Nun hatten die Slowaken Schwierigkeiten ins Spiel zu kommen. Die Finnen standen hinten wieder gut und so gab es kaum noch Torschüsse der Slowaken. So kamen die Slowaken auch gar nicht erst zu Druckphasen, denn die Finnen räumten alles weg. 104 Sekunden vor der Sirene ging der slowakische Torhüter vom Eis und mit der Schlusssirene konnte Saku Maenalanen zum 4:2-Endstand treffen.

Finnland drehte dieses Spiel und gewann am Ende verdient. Die Slowaken haben eine große Chance verpasst hier ins Halbfinale einzuziehen.

Schiedsrichter: F. Lawrence (CAN), S. MacFarlane (USA) – J. Davis (USA), E. Yletyinen (SWE)
Zuschauer: 11341
Strafen: FIN 4 (2/2/0), SVK 2 (0/2/0)
Tore:
0:1 (08:17) A. Sykora (M. Lunter); 0:2 (15:16) P. Regenda (S. Takac, M. Ivan); 1:2 (18:27) M. Anttila (N. Friman, V. Pokka);
2:2 (23:44) M. Anttila;
3:2 (44:01) S. Manninen (J. Sallinen, M. Lehtonen); 4:2 (59:59) S. Maenalanen (M. Anttila, H., Björninen) ENG;

Damit kommt es zu folgenden Halbfinalspielen:

Kanada - Tschechien
Finnland - USA

Ausführliche Statistiken gibt es unter https://www.iihf.com/en/events/2022/wm