wm 2022In Tampere stiegen die Halbfinalspiele der WM und den Zuschauern wurde einiges geboten. Finnland setzte sich knapp gegen die USA durch, Kanada ließ den Tschechen keine Chance.

Finnland – USA 4:3 (1:1/2:1/1:1)

Während die Finnen von Beginn an eine gute WM spielten, kamen die USA erst im Laufe des Turniers in Schwung. Die starken Abwehrreihen überwinden, dürfte für beide Teams das größte Problem in diesem Spiel werden.

Es waren die US-Boys, die früh für das erste Tor der Partie sorgten. Nate Schmidt traf mit einem verdeckten Schuss und so führten die USA nach 64 Sekunden mit 0:1. Und auch die nächsten Chancen gingen an die USA. Ein ersten Powerplay nach sechs Minuten brachten den Finnen kurz vor Ende der Strafe den ersten Torschuss des Spiels. Die USA hatte weiter die besseren Chancen, agierten in einer Situation aber zu passiv und das ließen sich die Finnen nicht entgehen. Miro Heiskanen konnte sich in Position bringen und er erzielte mit der Rückhand nach 17 Minuten den Ausgleich. Mit einem Powerplay der USA endete das 1. Drittel. Die USA hatten leichte Vorteile, es stand aber 1;1.

71 Sekunden Powerplay blieben den USA noch zu Beginn des 2. Drittels. Finnland stand aber gut und so gab es nicht einmal einen Torschuss. Besser machten es im Anschluss die Finnen. Kurz vor Ablauf einer Strafe erzielte Sakari Manninen mit einem Schuss hoch ins lange Eck nach 25 Minuten das 2:1 für die Finnen. Sie waren nun zwar überlegen, aber mit dem ersten Torschuss des Drittels gelang ihnen drei Minuten später der Ausgleich. Sean Farrell überraschte Finnlands Torhüter mit einem verdeckten Schuss. Nun war Schwung in der Partie. Finnland drückte wieder und drei Minuten später führten sie wieder. Sami Vatanen setzte sich durch und der US-Keeper war erneut geschlagen. Die USA konnten sich erst zum Ende des Drittels richtig vom Druck der Finnen befreien und sich auch im Drittel der Finnen festsetzen. Es blieb aber nach 40 Minuten beim knappen 3:2 der Finnen.

Finnland drückte weiter, die USA konterte gut. Doch nach 46 Minuten wurde die Aufgabe für die US-Boys noch schwieriger. Denn kaum hatten die USA ein Powerplay überstanden, schoss Joel Armia den Puck zum 4:2 ins Gehäuse. Zwar versuchten die USA hier wieder zum Anschluss zu kommen, aber die Finnen können verteidigen, was sie nun wieder unter Beweis stellten. Knapp vier Minuten vor dem Ende nahmen die USA den Torhüter vom Eis und erhöhten so den Druck. Und 2:51 vor der Schlusssirene gelang auch das 4:3. Adam Gaudette vollendete eine schöne Kombination mit dem 4:3. Nach einem Kurzaufenthalt im Tor ging der US-Keeper wieder auf die Bank und es ging mit sechs Feldspielern weiter. Doch Finnland verteidigte den knappen Vorsprung, auch wenn die USA wirklich alles versuchten, um noch zum Ausgleich zu kommen.

Erstmals bei einer Heim-WM holen die Finnen damit eine Medaille und es kann sogar Gold werden. Und es ist die 3. Finalteilnahme in Folge. Die USA haben wieder ein starkes Spiel abgeliefert, aber diesmal war der Gegner etwas besser.

Schiedsrichter: M. Nord (SWE), L. Öhlund (SWE) – S. Synek (SVK), N. van Oosten (CAN)
Zuschauer: 11055
Strafen: FIN 2 (2/0/0), USA 6 (2/2/2)
Tore:
0:1 (01:04) N. Schmidt (A. Peeke, T. J. Tynan); 1:1 (16:53) M. Heiskanen (H. Pesonen);
2:1 (24:11) S. Manninen (M. Lehtonen, T. Hartikainen) PP1; 2:2 (26:52) S. Farrell (B. Meyers, S. Jones); 3:2 (29:40) S. Vatanen (H. Pesonen, M. Heiskanen);
4:2 (45:03) J. Armia (M. Heiskanen, S. Vatanen); 4:3 (57:09) A. Gaudette (M. Boldy, T. J. Tynan) EA;

Kanada – Tschechien 6:1 (1:1/3:0/2:0)

Beide fanden erst im Laufe des Turniers ihre Form, überzeugten dann aber auch. Kanada konnte vor allem in der Offensive überzeugen, doch zuletzt lief es da auch bei den Tschechen gut. So mussten sich beide Abwehrreihen auf viel Arbeit einstellen.

Es gab auch gleich Chancen auf beiden Seiten, beide Torhüter zeigten gleich gute Paraden. Nach fünf Minuten kam Tschechien zu einem Powerplay von vier Minuten und Powerplay können sie, wie ja auch Deutschland zu spüren bekam. Und auch Kanada musste ein Gegentor hinnehmen. David Krejci wurde nach acht Minuten schön angespielt und aus dem Bullykreis hämmerte er den Puck ins Tor. Tschechien kam noch zu zwei weiteren Powerplays, die aber keinen weiteren Treffer brachten. Auch die Chancen danach ließen sie liegen und da sagte Kanada 33 Sekunden vor der Pause Danke. Dylan Cozens nutzte eine der wenigen kanadischen Torchancen. Per Nachschuss traf zum 1:1.

Die ersten guten Offensivaktionen des 2. Drittels hatten die Kanadier. Angriffe der Tschechen konnten gut und früh gestört werden. Nach 28 Minuten kassierten die Tschechen ihre erste Strafe und nach 16 Sekunden waren sie wieder komplett. Denn Kanada nutzte das Powerplay um durch Adam Lowry in Führung zu gehen. 81 Sekunden später stand es 3:1. Einen Schuss von Dawson Mercer wehrt Tschechiens Torhüter genau aud die Kelle von Kent Johnson, der keine Mühe hatte das Tor zu treffen. Tschechiens Trainer nahm eine Auszeit, aber das half auch nicht. Denn die zweite Strafe der Tschechen führte zum 4:1 und wieder war es ein kurzes Powerplay. 20 Sekunden nach Beginn des Überzahlspiels schoss Matt Barzal den Puck unter die Latte und nach 31 Minuten stand es 4:1. Tschechien kam noch zu ein paar guten Angriffen, aber sie scheiterten am kanadischen Torhüter. Das Drittel ging in jeder Hinsicht klar an die Kanadier, die verdient mit 43.1 in Führung lagen.

93 Sekunden Powerplay für Kanada standen im letzten Drittel an. Die Tschechen mussten also aufpassen, nicht schon zum Start des letzten Drittels ganz aus dem Spiel zu sein. Dass schafften sie auch, dennoch lag ein hartes Stück Arbeit vor ihnen. Sie kamen aber einfach nicht durch und nach 44 Minuten war die Partie entschieden. Denn Cole Sillinger ging alleine durch und sein harter Schuss landete im langen Eck. Die wirklich allerletzte Chance der Tschechen vielleicht noch ins Spiel zu kommen vergab David Pastrnak. Er vergab nach 47 Minuten einen Penalty. Und selbst in Überzahl klappte nichts mehr. Dafür trafen die Kanadier, Dylan Cozens konnte nach 53 Minuten auf 6:1 erhöhen. Da half auch keine Coach´s Challange. Eine Abseitsstellung sollte überprüft werden, was nicht möglich war. Dafür gab es eine Strafe gegen Tschechien. Kanada kontrollierte längst die Partie und sie hatten keine Probleme dieses Speil klar zu gewinnen.

Ab dem 2. Drittel hatte Kanada das Spiel im Griff und sie gewannen am Ende völlig verdient. Tschechien kam ab dem 2. Drittel einfach nicht mehr ins Spiel.

Schiedsrichter: L. Heikkinen (FIN), J. Rekucki (USA) – N. Briganti (USA), H. Sormunen (FIN)
Zuschauer: 9047
Strafen: CAN 10 (8/0/2), CZE 8 (0/6/2)
Tore:
0:1 (07:07) D. Krejci (R. Cervenka, F. Hronek) PP1; 1:1 (19:27) D. Cozens (P.-L. Dubois);
2:1 (27:33) A. Lowry (K. Johnson, T. Chabot) PP1; 3:1 (28:54) K. Johnson (D. Mercer); 4:1 (30:52) M. Barzal (D: Cozens, D. Batherson) PP1;
5:1 (43:56) C. Sillinger (J. Anderson); 6:1 (52:50) D. Cozens (D. Batherson, Z. Whitecloud);

Finnland und Kanada bestreiten also das Finale, die USA und Tschechien spielen zuvor den 3. Platz aus.

Ausführliche Statistiken gibt es unter https://www.iihf.com/en/events/2022/wm

erschienen bei Icehockeypage